Snegurocka-Schneeflöckchen

Seelenlandschaften zum dramatischen Märchen von Alexander Ostrowski

Gero Trauth hat einen neuen Bilderzyklus zu einer literarischen Vorlage geschaffen: Alexander Ostrowskis „Snegurocka“, ein dramatisches Winter- und Frühlingsmärchen in vier Aufzügen und einem Vorspiel.

Das Märchendrama Snegurocka von Alexander Ostrowski entstand 1872. Das Grundmotiv des Bühnendramas gehört zum ältesten Märchen- und Sagengut. Es ist das Motiv des Schneekindes, das vergehen muss, sobald der erste Sonnenstrahl es berührt. Das Wesen, das nicht lieben kann aber lieben möchte und das in die Welt der Menschen kommt und entweder die Menschen unglücklich macht oder aber an dem eigenen Wunsch lieben zu wollen am Ende zugrunde geht.

Gero Trauth hat sich in diese Märchenwelt hinein gemalt und einen Bilderzyklus voller Poesie und Geheimnisse geschaffen, die das ganze Spektrum russischer Mentalität widerspiegelt. Jedem Ölgemälde des Snegurocka-Zyklus ist ein Monolog oder ein Dialog des dramatischen Märchens von Ostrowski zugeordnet. Bild und Dramentext ergänzen einander und beide entführen den Leser und Betrachter nicht nur in die typisch russische Märchenwelt, sondern darüber hinaus in den zwiespältigen Sog der Liebe, die am Seelenverkauf zerbrechen muss.

Eröffnung

Die Ausstellungseröffnung fand am 15.11.2008 statt.

Gero Trauth - Ausstellungseröffnung Snegurocka

Es spielten und sprachen (v. l.):
Martin Panteleev, Lida Kantcheva, Dr. Ernst-Jörg von Studnitz, Prof. Dr. Joseph A. Kruse, Dr. Barbara Gobrecht, Gero Trauth, Dr. Ariane Martin, Irina Graf, Prof. Dr. Alexander Graf

Moderation: Marianne Hambloch

Moderation:
Marianne Hambloch

Alle folgenden Fotos: Heiner Morgenthal

Zitate der Laudatoren:

Prof. Dr. Alexander Graf
Professor für slawische Literaturwissenschaften am Institut für Slawistik der Justus-Liebig Universität Giessen

„ […] Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich zunächst erstaunt war, ausgerechnet die ‚Snegurocka‘ von Ostrowski im Zentrum der Aufmerksamkeit zu sehen, weil doch meistens ganze andere Dramen und Komödien mit Ostrowski in Verbindung gebracht werden. Und es hat mich aber sehr gefreut, dass hier offensichtlich – und nachdem ich einen ersten Eindruck durch die Einladung bekommen hatte – sofort klar war, dass auf diesen Bildern wirklich das dargestellt ist, was Ostrowski auch ausdrücken wollte.
‚Snegurocka‘ entspricht einem Ideal, was von Ostrowski besonders beabsichtigt war. Hier zeigt sich, dass das Menschliche trotz dieses Märchenhaften bei all dem nicht zu kurz kommen darf. Es ist wunderschön für mich zu sehen, wie wunderbar hier diese innere Verbindung zu dieser Märchenhaftigkeit, zu diesem Land, der russischen Seele, durchaus zu empfinden ist und mein erster Eindruck war eigentlich, es handele sich um Illustrationen für eine russische Ausgabe eines Märchenbuches. Mein Erstaunen war groß als ich die Zusammenhänge erfahren habe und ich glaube, ich spreche im Sinne der Anwesenden, dass es uns eine große Freude ist noch viel von Ihnen zu sehen. […]“

Dr. Ernst-Jörg von Studnitz
Botschafter a.D. der Bundesrepublik Deutschland in Moskau

„ […] Es ist schwer etwas über das Märchen und den märchenhaften Hintergrund Russlands und der Kunst in Russland zu sagen. Als ich nur einige Ihrer Werke gesehen habe, habe ich schon etwas davon geahnt, von diesem Zauber, von dem ich versuchen möchte zu sprechen. Denn nur wenn man versucht, hier einen Zugang zu entwickeln und sich diese Welt irgendwie zu erschließen, wird manches erklärlich an und in der russischen Kunst. Deshalb finde ich es so besonders erfreulich und dankenswert, dass Sie mit dieser Ausstellung, in der Sie versucht haben, sich auf Ihre Art und mit Ihren Ausdrucksmitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, dieser Fragestellung zu nähern. Genau dieses ist auch der Kraftquell, aus dem die Russen bis zum heutigen Tag sich bestätigt fühlen. Das ist wirklich ihre Besonderheit und das können sie mit niemandem teilen, weil es eben das ist, woraus sie leben und woraus sie ihre Impulse empfangen, ihre künstlerischen Impulse … so wie sie sich auch Gero Trauth anverwandelt hat, in einem sich Hineinversetzen in das, was da in Russland lebt. Und ich glaube wir können unglaublich dankbar sein, dass wir eine solche Begegnung mit Russland heute hier durch Sie in Ihren Werken erfahren dürfen. Ich wünsche vielen Besuchern, dass sie sich ein wenig von dem bezaubern lassen, was hier durch Sie aus russischem Untergrund spricht. […]“

Prof. Dr. Joseph A. Kruse
Direktor des Heinrich-Heine Instituts und des Heinrich Heine Museums der Landeshauptstadt Düsseldorf

„ […] Ich will einige Gedanken äußern, weil wir, so glaube ich, einen großen Künstler in Gero Trauth vor uns haben – mit dem feinsten Strich. Er hat sich immer bemüht, alles auszustricheln, zu zeichnen, so genau es nur geht und genau das eben bei dem ‚Schneeflöckchen’, das mir erscheint wie eine Metapher, in diesem Fall für den Versuch, das Menschenmögliche in der Kunst zu erreichen und zwar als Gesamtkunstwerk wie wir es heute Abend hier erleben dürfen. […]“

Dr. Barbara Gobrecht
Erzählforscherin, Lehrbeauftragte an der Universität St. Gallen

„ […] Hier ist das Seelendrama, das Ostrowski in Worte gefasst hat und Sie, Herr Trauth in schöne Bilder. Frühlingsblumen in leuchtenden warmen Farben umrahmen ein blasses Gesicht mit ernstem Ausdruck. Ihr ‚Schneeflöckchen’ finde ich sehr russisch, Ihr ‚Schneeflöckchen’ ist wunderschön und so zart, märchenhaft zart, für mich sehr ‚traut’. […]“

Martin Panteleev
Dirigent und Komponist aus Sofia

Lida Kantcheva
Pianistin aus Sofia

Es kamen zum Vortrag:
Peter Tschaikowski: Serenade Mélancholiqué
Edvard Grieg: Romanze Astor
Piazolla: Ave Maria
Johannes Brahms: Sonate für Klavier und Violine

Martin Panteleev:

„Lieber Gero, wir wünschen dir weiter so viele schöne Träume. Ich fühle mich hier nämlich wie in einem Traum.“

Snegurocka-Schneeflöckchen

36 Motive, Öl auf Leinwand – 23 x 32 cm

Alle Motive sind auch als signierte und limitierte Faksimiledrucke erhältlich.

Zur Vergrößerung der Bilder bitte die Miniaturansicht anklicken.

Das Buch zu Snegurocka

Gero Trauth hat einen neuen Bilderzyklus zu einer literarischen Vorlage geschaffen: Alexander Ostrowskis „Snegurocka“, ein dramatisches Winter- und Frühlingsmärchen in vier Aufzügen und einem Vorspiel.
Das Märchendrama Snegurocka von Alexander Ostrowski entstand 1872.
Das Grundmotiv des Bühnendramas gehört zum ältesten Märchen- und Sagengut. Es ist das Motiv des Schneekindes, das vergehen muss, sobald der erste Sonnenstrahl es berührt. Das Wesen, das nicht lieben kann aber lieben möchte und das in die Welt der Menschen kommt und entweder die Menschen unglücklich macht oder aber an dem eigenen Wunsch lieben zu wollen am Ende zugrunde geht.

Gero Trauth hat sich in diese Märchenwelt hinein gemalt und einen Bilderzyklus voller Poesie und Geheimnisse geschaffen, die das ganze Spektrum russischer Mentalität widerspiegelt.

Jedem Ölgemälde des Snegurocka-Zyklus ist ein Monolog oder ein Dialog des dramatischen Märchens von Ostrowski zugeordnet. Bild und Dramentext ergänzen einander und beide entführen den Leser und Betrachter nicht nur in die typisch russische Märchenwelt, sondern darüber hinaus in den zwiespältigen Sog der Liebe, die am Seelenverkauf zerbrechen muss.